
Das Georg-Melches-Stadion an der Essener Hafenstraße war ein legendärer Kultort des deutschen Fußballs. In den 1950er Jahren galt die Heimat von Rot-Weiss Essen als modernstes Stadion Deutschlands und wurde als „deutsches Highbury“ gefeiert. Es war die Wirkungsstätte von Legenden wie Helmut Rahn und Keimzelle des Gewinns der Deutschen Meisterschaft 1955. Als Epizentrum der Malocher-Fußballkultur stand es bis zum Abriss 2012 für pure, ungezähmte Stadionromantik.
Gut zu wissen: 1956 wurde hier eine der ersten Flutlichtanlagen Deutschlands eingeweiht. Als Fans damals vor Begeisterung das Tribünendach erkletterten, rief der Stadionsprecher panisch durchs Mikrofon, sie sollten sofort runterkommen – da oben lägen Stromleitungen und sie wären „lange tot“, wenn sie diese berührten!